Saison rum - und doch nicht wirklich


Ist die Volleyball-Saison für die die VSG Ammerland nun rum oder noch nicht? "Fragt mich doch etwas Leichteres", antwortet Trainer Torsten Busch. Fest steht nur: Die Ammerländer stehen seit dem 3:1 gegen den bisherigen Verfolger GfL Hannover in Bad Zwischenahn als Vizemeister der Regionalliga fest.

Und nun? Im Prinzip dürfte der Kader in den Schnee oder in die Sonne fahren und ausspannen. Das letzte Spiel am 15. März beim als Absteiger feststehenden TSV Buxtehude-Altkloster könnte sich die Mannschaft schenken. "Natürlich treten wir an", sagt Mannschaftsführer Jens Zander, "das gehört sich." Der Trainer nickt - und denkt vielleicht insgeheim daran, den für die Landesmeisterschaft qualifizierten U20-Spielern und den Spielern, die nicht so regelmäßig zum Einsatz gekommen sind, viel Spielzeit zu geben.

Offen bleibt die Frage nach einer Relegation gegen den West-Vizemeister am 24. und 26. April. "Wir tun jetzt erst mal so, als finden diese beiden Aufstiegsspiele zur Dritten Liga auch statt", gibt Bengt Jacobs, gegen Hannover zum besten Spieler gewählt, die Richtung vor. Für einen weiteren Aufstiegsplatz in die Dritte Liga West ist der Abstieg aus der Zweiten Bundesliga entscheidend. In die Drittliga-Weststaffel könnten nach derzeitigem Stand noch Humann Essen, TuS Mondorf oder USC Braunschweig absteigen. Die bangenden Mitbewerber VC Bitterfeld-Wolfen und SV Warnemünde würden der Nordstaffel zugeteilt. Unverrückbar steht fest: Muss die Dritte Liga West zwei Absteiger aufnehmen, wird eine Relegation gar nicht erst gespielt.

Vorerst haben die Ammerländer Spieler Zeit, ihre leichte Unzufriedenheit über das in den Leistungen schwankende, aber gut besuchte Heimfinale gegen Hannover abzustreifen. "Richtig toll war’s ja nicht", gibt Zuspieler Arne Tyedmers zu, hatte aber auch einen Gegengrund für eigenes Murren: "So schlecht, wie das manche gesehen haben, war es aber keineswegs. Es ist eine Stärke, die zähen Spiele zu gewinnen."

Natürlich kann ein Trainer offiziell nicht mit einem derart wechselhaften Verlauf zufrieden sein. Timo Pundt fand nach einer Skifahrt mit der Schule nicht ins Spiel. Sönke Meyer fehlte nach einwöchiger Krankheit die Durchschlagskraft. Immerhin stabilisierte Routinier Dirk Achtermann anstelle von Pundt eindrucksvoll die Annahme und fand im Angriff schlitzohrige Lösungen. "Aber dass wir unsere taktische Marschroute in der Block- und Feldabwehr nicht umgesetzt haben, das hat mich geärgert", schiebt "Buschi" nach.

Doch der Trainer kennt auch seine Mannen und weiß, dass er ihnen vertrauen kann. "Wir haben beim Satzstand von 1:1 alle taktischen Vorgaben über Bord geworfen", plaudert Busch aus dem Nähkästchen. Ob er da an Fußball-Legende Franz Beckenbauer gedacht hat? Der hat ja schon mal eine Mannschaft mit der Taktik aufs Feld geschickt: "Geht’s einfach raus und spielt!" Prompt wurde das Spiel in Bad Zwischenahn noch flott und ansehnlich. Die Fäden gab der Trainer trotzdem nicht ganz aus der Hand. Die Doppelwechsel mit Jannis Jargow im Zuspiel und Julian Laabs im Diagonalangriff wirkten stabilisierend.

Auf kleinerer Flamme köcheln die Ammerländer erst einmal weiter. "Wir halten uns in Form", denkt Busch über einen weiterreichenden Trainingsplan nach. "Und falls eine Entscheidung pro Relegation fällt, dann drehen wir schnell auf. Eine solche Chance lehnen wir nicht ab."  

 






















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