Derby kann Kräfte freilegen


Es gibt die Geschichte vom Dortmunder Fußballspieler Lother Emmerich. Der rief in einem Länderspiel bei einem Angriff zu einem Mitspieler: "Gib mich die Kirsche!" Damit war der Ball gemeint. Den bekam er, und den drosch er ins Tor. "Genau so einen Typ brauchen wir auch!" sagt Volleyball-Trainer Torsten Busch vor dem Regionalliga-Derby der VSG Ammerland gegen den Oldenburger TB am Sonntag halb belustigt, halb ernsthaft zu dieser Begebenheit.

Auf Volleyball übertragen heißt das: "Wenn es mal gegen Satzende eng wird, dann brauchen wir jemanden, der den Ball fordert und ihn notfalls durch einen Dreierblock drischt!" Tatsächlich hat den Ammerländern in der Hinrunde solch ein wirklicher Brecher gefehlt. Die VSG spielt oft auch über längere Phasen einen richtig feinen Ball. Einer wie Sönke Meyer versenkt den Ball sehr zuverlässig – und bleibt bei der Satzentscheidung auch schon mal im Einerblock hängen. Aber so etwas passiert, wenn die Mannschaft sich gerade sehr solide erarbeitet, was sie wieder reif für die Rückkehr in die Dritte Liga macht. Es fehlen noch Beständigkeit und unbedingte Entschlossenheit.

Thomas Adelmann (im Angriff) war im Februar der "Man of the Match" beim 3:0-Heimsieg gegen den OTB vor beeindruckender Zuschauerkulisse

Ob sich so etwas vielleicht schon an diesem Sonntag um 16 Uhr im Schulzentrum in Bad Zwischenahn verstärkt einstellt? "Das Derby mit der jungen Oldenburger Mannschaft zählt zum Höhepunkt der Saison, da werden schon mal besondere Kräfte frei", meint Busch.

Davon muss natürlich auch beim Gegner ausgegangen werden. Die Ammerländer sind Zweite mit 23 Punkten, die Oldenburger Sechste mit 13. Das drückt jedoch tabellarisch einen Unterschied aus, den es spielerisch nicht gibt, zumindest nicht immer. Der OTB hatte seine stärkste Formation unregelmäßig zur Stelle, etwa auf der Zuspielerposition. Wenn dort der frühere VSGer Nils Galle gefehlt hat, fehlte seiner Mannschaft einiges an Sicherheit.

"Wir gehen mal davon aus, dass die Oldenburger alles aufs Feld bringen, was sie haben," vermutet Busch. Das Derby elektrisiert einfach. 420 Zuschauer zog es in der vorigen Saison an, als es gleich für beide noch ernsthaft um den Drittliga-Aufstieg ging. Diesmal fehlt zwar dieser absolute Reiz, nicht aber die anstachelnde gesunde Rivalität.

Die beständigen und dabei variablen VSG-Zuspieler Arne Tyedmers und Jannis Jargow haben jedenfalls schon ein Rezept parat und verheimlichen es auch nicht: "Unsere Angreifer bekommen die Bälle so raffiniert, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als sie auf kürzestem Weg zu versenken!" Das ist doch eine Ansage…






















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