2 Punkte gegen Braunschweig 2 bewahren Tabellenplatz 2


Die Regionalliga-Volleyballer der VSG Ammerland haben im Spitzenspiel gegen den bis dahin punktgleichen USC Braunschweig II nach über zwei Stunden einen hart umkämpften Tiebreak-Sieg (22:25, 27:25, 25:23, 10:25, 15:17) errungen und damit den zweiten Tabellenplatz verteidigt.

Gegen den Aufsteiger und Oberliga-Meister der Vorsaison, der trotz seines kleinen Kaders eher unerwartet in der Tabellenspitze vertreten ist, reisten auch die Ammerländer mit nur neun Spielern an. Zunächst sah es so aus, als könnte direkt bei der Anfahrt das Erfolgsgeheimnis der Heimstärke der Gastgeber entschlüsselt werden. Durch diverse Baustellen, Pfützen und Absperrungen um die Tunica-Sporthalle herum, war es nicht leicht Zuwegung und Eingang überhaupt zu finden. Als die Ammerländer dies aber schließlich erfolgreich geschafft hatten und auch der Weg aus den Katakomben in die Sporthalle gemeistert war, war der Gegner noch nicht einmal vollzählig anwesend. Die Ammerländer hatten also viel Zeit in der Halle, während die Gastgeber noch das Feld aufbauen mussten. Vielleicht war es dem Umstand der langen Wartezeit geschuldet, dass die VSG-Männer im weiteren Verlauf des Abends keinen wirklichen spielerischen Biss fanden.

Die Hausherren hingegen überzeugten bei der Aufschlag-Annahme Übung vor dem Spiel und ließen schon dort erkennen, dass sie nicht zu Unrecht oder aufgrund der versteckten Halle an der Tabellenspitze mitspielen. Die VSG hatte in ihrem Aufwärmprogramm durchaus Luft nach oben. Die Übungen wirkten unkonzentriert. 

Der erste Satz verlief zunächst positiv für die VSG. Die Braunschweiger leisteten sich mehrere Fehler, wodurch die VSG recht schnell 11:5 in Führung gehen konnte. Dieser Vorsprung schmolz allerdings im Verlauf des Satzes. Bei 20:20 glich Braunschweig aus. Die VSG konnte sich zwei Satzbälle erarbeiten und den ersten mit einem erfolgreichen Dreier-Block aus Jens Zander, Simon Adelmann und Sönke Meyer nutzen.

Vielleicht haben die Hausherren die Ammerländer mit dem Erklingen von Weihnachtsliedern zum Einspielen in eine etwas zu besinnliche Stimmung gebracht, Trainer Torsten Busch war jedenfalls alles andere als zufrieden mit der Angriffspower seiner Männer auf dem Feld. In mehreren deutlichen Ansprachen versuchte er, die Spieler wachzurütteln. In Satz zwei und drei ließen die VSG-Männer zu viele Punktballsituationen ungenutzt. Braunschweig hingegen konnte wiederholt am VSG-Block vorbeispielen. Mit dem eher seltenen 4:2 System fanden sie den nötigen Druck zur 2:1 Satzführung.

Den besten Volleyball zeigte die VSG dann im 4. Satz. Nicht einmal ein Zusammenstoß zwischen Sönke Meyer und Bengt Jacobs oder ein Aufschlagfehler wurden zu Punkten für den USC: Die Flugeinlage von Meyer und Jacobs, die eher einem Kampfsport-Hüftwurf glich, veranlassten die erschrockenen Braunschweiger (netterweise) den Ball zu fangen. Beim Fehlaufschlag sorgte ein Aufstellungsfehler dennoch für einen Ammerländer Punkt. 15 Punkte Vorsprung sorgten am Ende für ein Comeback im Spiel.

Der Start in den fünften Satz gelang. Zum Seitenwechsel führte die VSG 8:5. Warum dieser Vorsprung dann nicht mehr ausgebaut oder gehalten werden konnte, wird Trainer Torsten Busch in der Videoanalyse wohl noch Kopfzerbrechen bereiten. Denn obwohl die VSG mehrfach die Chance im Angriff bekam, wurde nicht mehr gepunktet. So gelangen dem USC sieben Punkte in Folge, auf einmal stand es 12:8 für die Hausherren. Zuspieler Jannis Jargow hielt es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Bank und inspirierte Trainer Busch gleichfalls mit dem 4:2 System zu spielen. Mit nun Jargow im Zuspiel und Tyedmers als Diagonal zündete der erste Pass zwar noch nicht (13:8), von da an begann aber eine grandiose Aufholjagd. Tyedmers steuerte auf seiner ungewohnten Position einen Block- und einen Angriffspunkt bei, der VSG gelangen mit mutigen Aufschlägen von Julian Laabs drei Punkte in Folge. Dennoch erhielt Braunschweig in der Folge drei Matchbälle. Jacobs bewahrte im Aufschlag die Nerven, zum 14:14 war der Ausgleich geschafft. Der USC erkämpfte noch einen weiteren Matchball (15:14), konnte diesen aber nicht verwandeln. Mit Tyedmers im Aufschlag gelangen dann die letzten zwei entscheidenden Punkte zum umjubelten Spielgewinn.

Am Ende waren die neun Ammerländer Spieler auch bitter nötig gewesen. Ohne Wechseloptionen in der Mitte und nur mit Julian Laabs als Option für Außen oder Diagonal sowie Jargow als zweitem Zuspieler waren die Reaktionsmöglichkeiten des Trainers stark eingeschränkt. Im ersten Satz wurde für drei Rotationen der Diagonalwechsel Laabs/Tyedmers und Jargow/Meyer (18:16; 20:20) durchgeführt. In Satz drei sorgten Jargow für Tyedmers (11:15) und Laabs für Zander (17:20) für eine willkommene Verschnaufpause der beiden vor der Rückkehr in Satz vier. Im fünften Satz reagierte Busch mit der Einwechselung von Laabs für Zander (8:9) auf die beginnende Negativserie und traf schließlich mit dem Wechsel von Jargow für Meyer (8:12; 15:15) die richtige Entscheidung. 

Auf der Liberoposition machte das ganze Spiel über Thomas Adelmann auf sich aufmerksam. Nicht nur durch sein häufiges lautes Husten, sondern auch durch eine gute Annahmeleistung.

Für die VSG spielten in Braunschweig: Simon Adelmann, Thomas Adelmann, Bengt Jacobs, Jannis Jargow, Julian Laabs, Sönke Meyer, Timo Pundt, Arne Tyedmers, Jens Zander






















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