Puh, das war deutlich: Die Drittliga-Volleyballer der VSG Ammerland haben ihr Auswärtsspiel beim ambitionierten Zweitliga-Absteiger Moerser SC mit 0:3 (10:25, 16:25, 24:26) verloren. Insbesondere die drei Italiener im Kader der Gastgeber zeigten den Ammerländern mit ihrem schnellen, athletischen Spiel phasenweise deutlich die Grenzen auf. „Da war wirklich Tempo in den Pässen des italienischen Zuspielers Luca Scrollavezza. Daran müssen wir uns in der Liga noch gewöhnen“, resümierte Trainer Torsten Busch nach der Partie.
Ein Start zum Vergessen: Moers dominiert die ersten beiden Sätze
Zu Beginn der Begegnung schien sein Team von diesem Tempo völlig überrollt zu werden. Im ersten Satz fanden die Ammerländer überhaupt nicht ins Spiel. Die Annahme wackelte bedenklich, den Zuspielen von Julian Laabs fehlte häufig die nötige Präzision, und die beiden Außenangreifer Torge Damke und Joshua Henkel fanden im Angriff zu selten Lösungen. Auf Seiten des Moerser SC punktete insbesondere der italienische Diagonalspieler Davide D´Amato zuverlässig. Bezeichnend für den Durchgang: Bei eigenem Aufschlag gelang der VSG kein einziger Punktgewinn, was in einem bitteren 10:25-Satzverlust mündete.
Der Start in den zweiten Durchgang verlief deutlich erfreulicher. Nach einer Serie druckvoller Aufschläge von Mittelblocker Tom Osterkamp erspielten sich die Ammerländer sogar eine 10:9-Führung. Die Freude währte jedoch nur kurz, denn in der Folge übernahm Moers wieder das Kommando. Daran änderten auch die Spielerwechsel von Trainer Busch nichts, sodass auch dieser Satz deutlich mit 16:25 an die Hausherren ging.
Jugend-Duo sorgt für frischen Wind im dritten Satz
In der zehnminütigen Pause vor dem dritten Satz versuchte Busch, sein Team noch einmal neu einzustellen – doch der Start misslang völlig. Bei Rückständen von 0:4 und 2:9 sah sich der Coach gezwungen, früh seine Auszeiten zu nehmen. Besserung brachte schließlich die Einwechslung der beiden Jugendspieler Maiko und Tammo Dames aus der Oberliga-Mannschaft der VSG. Beide brachten genau jene Unbekümmertheit auf das Feld, die dem Team zuvor gefehlt hatte. Besonders der erst 16-jährige Außenangreifer Tammo Dames spielte frech auf und glänzte mit druckvollen Sprungaufschlägen.
In Kombination mit der Routine von Jens Zander im Außenangriff kippte plötzlich das Momentum. Beim Moerser SC schlichen sich unerwartete Fehler ein, und die Ammerländer machten es noch einmal richtig spannend. Beim Stand von 21:24 wehrte die VSG mit Tammo Dames am Aufschlag bärenstark drei Matchbälle ab und schnupperte sogar an einem eigenen Satzball. Am Ende setzte sich jedoch die individuelle Klasse des Aufstiegskandidaten durch: Mit einem krachenden Block gegen den ansonsten stark aufspielenden VSG-Diagonalangreifer Anton Klots beendete der italienische Außenangreifer Umberto Sorrenti die Partie zum 24:26.
Die MVP-Medaillen gingen an diesem Abend an zwei verdiente Akteure: Bei der VSG Ammerland wurde Anton Klots für eine starke Leistung ausgezeichnet, bei den Gastgebern sicherte sich der erfahrene Libero André Illmer die Ehrung, der in Annahme und Abwehr gefühlt jedes Mal zur Stelle war.
Blick nach vorn: Heimspiel-Klassiker gegen Lintorf
„Natürlich tut so eine Klatsche weh, aber ich denke, sie gehört zum Lernprozess dazu. Wir haben gegen ein Top-Team der Liga verloren … gewinnen müssen wir andere Spiele“, richtete Busch den Blick direkt nach Spielende wieder nach vorne.
Die Chance auf die nächsten wichtigen Punkte bietet sich bereits am kommenden Samstag. Dann ist um 19:00 Uhr der Tabellenvorletzte VfL Lintorf in der Halle in Bad Zwischenahn zu Gast. In diesem Klassiker wollen die Ammerländer vor eigenem Publikum unbedingt den nächsten Sieg feiern.


