Eigentlich war alles angerichtet für einen Sprung an die Tabellenspitze. Doch statt der erhofften Euphorie herrschte nach dem Gastspiel bei den Vallstedt Vechelde Vikings Ernüchterung. Trotz einer Steilvorlage der Konkurrenz mussten sich unsere Regionalliga-Volleyballer mit 1:3 geschlagen geben und rutschen in einer extrem engen Tabelle vorerst auf Rang fünf ab.

Dabei fing alles so vielversprechend an. Vor dem Spielstart erfuhr die Mannschaft, dass Spitzenreiter TK Hannover gepatzt hatte. Die Chance, mit einem Sieg ein deutliches Ausrufezeichen im Titelkampf zu setzen, war zum Greifen nah. Doch am Ende stand eine 1:3-Niederlage (31:29, 22:25, 14:25, 21:25) zu Buche, die Trainer Torsten Busch als das „enttäuschendste Spiel der Saison“ einordnete.
Ein Krimi zum Auftakt, dann riss der Faden
Der erste Satz bot den Zuschauern direkt Nervenkitzel pur. Die VSG agierte über die Mitte druckvoll und führte bereits mit 20:15. Doch schon dann zeigten sich erste Risse im Spiel der Ammerländer. Man ließ den Gegner zurückkommen, rettete den Satz aber schließlich mit 31:29 ins Ziel.
Wer hoffte, dass dieser Kraftakt Sicherheit geben würde, wurde enttäuscht. Im zweiten Durchgang führte das Team erneut (20:18), schaffte es aber nicht, den Sack zuzumachen. „Wir hören dann einfach auf, unsere taktischen Vorgaben umzusetzen und treffen blöde Entscheidungen“, kritisierte Busch nach der Partie. Die Vikings nutzten diese Schwächephase eiskalt aus, drehten den Satz und übernahmen fortan komplett das Kommando.
Die Analyse: Probleme in Block und Angriff
Warum der Motor an diesem Abend so stockte, konnte sich der Trainer direkt nach dem Spiel auch nur schwer erklären. Die Faktenlage war jedoch eindeutig:
- Wenig Durchschlagskraft: Im Angriff fehlten die richtigen Lösungen. Immer wieder scheiterten die Ammerländer am Block oder wurden verteidigt.
- Löchriger Block: Lediglich fünf Blockpunkte in vier Sätzen sind zu wenig.
- Kopfsache: Busch beschrieb das Auftreten seines Teams als „verkopft“. Das Team sei nie in einen Flow gekommen.
Die Tabelle: Alles ist noch drin!
Durch die Ergebnisse der Konkurrenz am Sonntag steht die VSG Ammerland aktuell auf dem fünften Tabellenplatz. Das klingt im ersten Moment dramatischer, als es ist: Die Tabelle ist das reinste Rechenspiel. Da die VSG weniger Spiele absolviert hat als die direkte Konkurrenz, beträgt der bereinigte Rückstand auf Hannover bei einem Sieg im Nachholspiel weiterhin nur einen Punkt.
„Es bleibt spannend und es würde mich nicht wundern, wenn sich die Meisterschaft erst am letzten Spieltag entscheidet. Unser Ziel bleibt es, dann noch im Titelrennen dabei zu sein.“ (Trainer Torsten Busch)
Das Titelrennen in der Regionalliga ist so eng wie selten zuvor – die Plätze eins bis sechs liegen dicht beieinander. Für die VSG gilt es nun, die Fehler aufzuarbeiten, den Kopf frei zu bekommen und im nächsten Spiel wieder die gewohnte Souveränität aufs Feld zu bringen.
