Erste ist in der Dritten Liga angekommen

Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart ist der Knoten geplatzt: Die Volleyballer der VSG Ammerland haben am Sonntag vor knapp 200 begeisterten Zuschauern in Bad Zwischenahn ihren ersten Sieg eingefahren. Gegen den Tabellenletzten PTSV Aachen setzte sich das Team von Trainer Torsten Busch mit 3:1 (20:25, 25:21, 25:22, 25:20) durch.

Auch wenn Busch im Vorfeld noch nicht von einem absoluten Schlüsselspiel im Kampf um den Klassenerhalt sprechen wollte, war die Erleichterung nach dem Abpfiff in der Halle förmlich greifbar. Nach den anfänglichen Niederlagen gegen Bremen 1860 (1:3) und die Münster Volleys (0:3) lautete das Fazit des Trainers: „Das Spiel war wichtig für den Kopf. Jetzt sind wir in der Dritten Liga angekommen!“

Stotterstart und das Comeback des Defensivchefs

Busch schickte für dieses wichtige Spiel eine veränderte Startelf auf das Feld. Erstmals bekam Zuspieler Julian Laabs den Vorzug. Im Außenangriff starteten die Youngsters Torge Damke und Joshua Henkel, in der Mitte begannen Sören Riewe und Tom Osterkamp, ergänzt durch Anton Klots als Diagonalangreifer und den erfahrenen Lennart Röber als Libero.

Ausgerechnet der Routinier im Team hatte zu Beginn jedoch überraschend große Probleme. „Wir verlieren den ersten Satz in der Annahme, insbesondere Lennart hat ziemlich geschwommen“, analysierte Busch den 20:25-Satzverlust. Doch der Trainer schickte direkt ein riesiges Lob für seinen Libero hinterher: „Wie er sich nach dem schlechten ersten Satz ins Spiel zurückgekämpft hat und seine gewohnte Rolle als unser Defensivchef wieder übernommen hat, war sensationell.“

Die VSG-Maschinerie läuft heiß

Im zweiten Satz brachte Busch für Sören Riewe Mittelblocker Bengt Jacobs, der mit einer sehr guten Angriffsquote glänzte. Überhaupt fand die VSG nun ihren Rhythmus. Aus einer stabilisierten Annahme heraus zog Julian Laabs ein variables Angriffsspiel auf und fand insbesondere in Anton Klots und Torge Damke dankbare und erfolgreiche Abnehmer.

Vor allem Damke zündete sein Team auf dem Feld regelrecht an. „Torge ist unser emotionaler Leader auf dem Feld, insbesondere wenn es bei ihm so gut läuft wie gegen Aachen“, lobte Busch seinen jungen Außenangreifer, der nicht nur offensiv punktete, sondern auch im Block die gegnerischen Angreifer des Öfteren „runterpflückte“. Auch Neuzugang Joshua Henkel zeigte eine sehr ansprechende Leistung, ebenso wie Mittelblocker Tom Osterkamp. Für ihn fand der Trainer besondere Worte: „Toms Entwicklung über die gut zwei Jahre, die er bei uns ist, ist wirklich großartig. Und ich sehe da trotzdem immer noch ganz viel Luft nach oben.“ Folgerichtig ging der zweite Durchgang souverän mit 25:21 an die Ammerländer.

Kopfkino im dritten Satz

Im dritten Satz sah bei einer komfortablen 21:11-Führung alles nach einem klaren Satzgewinn aus. Doch plötzlich wackelte die Ammerländer Annahme erneut und einfache Fehler schlichen sich ein. Aachen kämpfte sich auf 23:20 heran – und bei der VSG wurden böse Erinnerungen an die verspielte 22:12-Führung aus dem Spiel gegen Bremen 1860 wach. „Da war das Kopfkino voll angeschaltet“, gestand der verletzte Kapitän Timo Pundt, der an der Seitenlinie als Co-Trainer aushalf. Die Erlösung brachte schließlich Torge Damke, der mit einem krachenden Diagonalangriff genau auf die Linie den 25:22-Satzgewinn perfekt machte und die Nerven beruhigte.

Im vierten Durchgang hatten die Hausherren nur in der Anfangsphase kurze Startschwierigkeiten. Nach einem 1:4-Rückstand und einer frühen Auszeit übernahm das Team aber rasch wieder das Kommando. Ab Mitte des Satzes lag die VSG kontinuierlich vorne und sicherte sich letztlich ungefährdet mit 25:20 den ersehnten Matchgewinn.

Die knapp 200 Zuschauer honorierten den starken Auftritt ihres Teams mit reichlich Applaus. Die goldene MVP-Medaille sicherte sich hochverdient Torge Damke, während die silberne Auszeichnung an Aachens Zuspieler Felix Wisniowski ging.

Schwere Aufgabe am kommenden Wochenende

Lange ausruhen können sich die Ammerländer auf diesem Erfolg jedoch nicht. Am kommenden Wochenende steht eine echte Herkulesaufgabe bevor: Die Reise geht zum Moerser SC. Der Bundesligaabsteiger und klare Meisterschaftsfavorit besticht durch eine glorreiche Vergangenheit und geht mit entsprechend hohen Ambitionen in diese Saison. Mit dem ersten Sieg im Rücken kann die VSG Ammerland diese Herausforderung nun aber mit breiter Brust antreten.

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