Ein Satz mit X – das war wohl nix. Hoch motiviert war die VSG Ammerland in ihr Heimdebüt in der Dritten Liga gegangen, doch der Bundesligaabsteiger Münster Volleys zeigte der Mannschaft am Samstagabend in Bad Zwischenahn die Grenzen auf. Vor 150 Zuschauern unterlagen die Ammerländer mit 0:3 (19:25, 15:25, 23:25). Während die Gäste jubelten, blickte man auf Seiten der VSG in enttäuschte Gesichter.
Personalnot und fehlende Abstimmung in der Anfangsphase
Trainer Torsten Busch standen an diesem Spieltag nur neun Spieler zur Verfügung. Allen voran fehlte Kapitän Timo Pundt, der sich bereits zum Saisonauftakt gegen Bremen verletzt hatte. Sein Ausfall machte sich besonders in der Annahme schmerzhaft bemerkbar. „Wir hatten in der Annahme zu Anfang große Probleme, besonders in den Schnittstellen zwischen den Annahmespielern. Da fehlte uns einfach die Abstimmung“, analysierte Busch. Sieben direkte Annahmefehler und vier Aufschlagfehler im ersten Satz führten folgerichtig zum 19:25-Satzverlust.
Auch im zweiten Durchgang fand die VSG keinen Rhythmus. „Wir haben im Block und in der Abwehr in den ersten beiden Sätzen überhaupt keinen Zugriff gehabt, ganz im Gegensatz zu Münster“, so der Trainer. Die Gäste überzeugten mit einem guten Blockspiel und überragenden Abwehraktionen ihres Liberos Jonas Larisch. Die Ammerländer agierten im Angriff hingegen nicht mutig genug. Münster spielte den Durchgang ruhig und abgeklärt mit 25:15 nach Hause. „Da merkte man schon ihre Bundesliga-Erfahrung“, ordnete Zuspieler Jannis Jargow die Überlegenheit der Gäste ein.
Nach Umstellung ein Spiel auf Augenhöhe
Für den dritten Satz reagierte Busch und stellte sein Team um: Youngster Torge Damke rückte für Anton Klots in den Diagonalangriff, Joshua Henkel und Bjarne Fischer übernahmen den Außenangriff. Zwar startete die VSG erneut schwach (1:5), doch dann kamen die Ammerländer endlich ins Rollen. Torge Damke punktete im Angriff ein ums andere Mal, wodurch das gesamte Angriffsspiel variabler wurde. Plötzlich packte auch der eigene Block zu und die Abwehr stand besser. Jetzt war es endlich ein Spiel auf Augenhöhe, sehr zur Freude der Zuschauer. Bei einer 22:21-Führung schien der erste Satzgewinn greifbar nah, doch in der Crunchtime behielten die abgeklärten Münsteraner erneut die Nerven (23:25).
„Im dritten Satz haben wir besser, vor allem mutiger gespielt. Münsters Sieg ist aber verdient“, lautete das faire Fazit von Torsten Busch. Bei der anschließenden Ehrung sicherten sich der stark aufspielende Ammerländer Torge Damke und Münsters Zuspieler Finn Luca Heinemann die MVP-Titel.
Blick nach vorn: Nächstes Heimspiel am Sonntag
Viel Zeit, um die Wunden zu lecken und an den Problemstellen zu arbeiten, bleibt der VSG nicht. Bereits am kommenden Sonntag, den 4. Oktober, steht das nächste Heimspiel an. Um 16:00 Uhr empfangen die Ammerländer in Bad Zwischenahn den PTSV Aachen, der in dieser Saison ebenfalls noch auf den ersten Sieg wartet.


