Es sollte einfach nicht sein. Zum Auftakt der Dritten Liga kassiert die Erste der VSG Ammerland eine bittere 1:3-Auswärts-Niederlage (21:25, 25:20, 18:25, 26:28) gegen Bremen 1860. Nach einer dramatischen Schlussphase im vierten Satz stehen die Ammerländer trotz phasenweiser Dominanz am Ende mit leeren Händen da.
Dabei war deutlich mehr drin für die VSG. Besonders der vierte Durchgang wird Spielern und Fans wohl noch länger im Gedächtnis bleiben. Bei einer komfortablen 22:12-Führung war der Punktgewinn und das Erreichen des Tie-Breaks bereits zum Greifen nah. Beim Stand von 24:20 hatten die Ammerländer gleich vier Satzbälle auf der Hand, ein weiterer folgte beim 25:24. Doch keinen davon konnten sie verwandeln. Die Gastgeber aus Bremen spielten sich in dieser Schlussphase regelrecht in einen Rausch, drehten den hohen Rückstand und nutzten schließlich ihren zweiten Matchball zum 28:26.
Während auf der Bremer Seite nach dem Schlusspfiff Riesen-Jubel ausbrach, herrschte bei den Ammerländern pure Fassungslosigkeit. Außenangreifer Torge Damke vergrub seinen Kopf minutenlang unter dem Trikot – ein Bild, das die immense Enttäuschung über die aus der Hand gegebene Führung perfekt zusammenfasste. Zu der schmerzhaften Niederlage kommt zudem noch ein personeller Rückschlag: Bereits Mitte des zweiten Satzes musste die Mannschaft den verletzungsbedingten Ausfall ihres Kapitäns verkraften, der mit muskulären Problemen vom Feld musste.
Trotz des dramatischen Endes gab es auch spielerische Lichtblicke. Trainer Torsten Busch zeigte sich nach der Partie zwar enttäuscht, richtete den Blick aber umgehend wieder nach vorne: „Natürlich ist es bitter, dass wir keine Punkte mitnehmen, aber aus diesen Spielen werden wir lernen. Ich habe heute auch viele gute Aktionen gesehen. Wir spielen einen starken zweiten Satz mit viel Druck im Aufschlag und dominieren den vierten Satz über weite Strecken. Vielleicht war die Führung am Ende zu deutlich.“
Die MVP-Medaillen sicherten sich die beiden Zuspieler – Jannis Jargow aufseiten der VSG Ammerland und Max Kernebeck bei Bremen 1860. So richtig freuen darüber konnte sich nur einer.
Jetzt heißt es für die Mannschaft: Mund abwischen, den Blick nach vorne richten und im Training weiter hart arbeiten. Die Chance, es besser zu machen, wartet bereits am kommenden Samstag. Dann empfängt die VSG Ammerland zu Hause in Bad Zwischenahn den Zweitliga-Absteiger Münster Volleys.

