Genau eine Woche ist es her, dass die Sporthalle in Bad Zwischenahn Schauplatz eines sportlichen Krimis wurde, der 400 Zuschauer restlos begeisterte. Eine Woche voller Glückwünsche, intensiver Gespräche und der Gewissheit: Wir haben es geschafft … wir sind Meister! Bevor wir aber in der kommenden Woche den Blick nach vorne richten und die ersten Neuzugänge für die Dritte Liga vorstellen, halten wir inne und blicken noch einmal zurück auf dieses Herzschlagfinale.

Es war die sprichwörtliche Achterbahn der Gefühle. Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag war klar, aber herausfordernd: Da der Konkurrent TK Hannover am Samstag vorgelegt hatte, benötigte die VSG Ammerland gegen die TSV Giesen GRIZZLYS zwingend einen 3:0- oder 3:1-Sieg, um sich den Meistertitel zu holen.
Nervenflattern und eine Rekordkulisse
Vor einer Rekordkulisse von 400 Fans war die Anspannung in der Halle förmlich greifbar. Und zunächst schien die Last der Favoritenrolle schwer zu wiegen. Während Giesen fast fehlerfrei agierte, kämpfte die VSG mit der eigenen Nervosität, besonders beim Aufschlag. „Da macht der Spieler vor dir in der Rotation den nächsten Fehler, dann gehst du schon mit zitternder Hand zum Aufschlag“, beschrieb Trainer Torsten Busch die Anfangsphase. Folgerichtig ging der erste Satz mit 23:25 an die Gäste. Der Ammerländer Titeltraum wankte – ein weiterer Satzverlust hätte das Ende aller Hoffnungen bedeutet.
Die Wende: Charakter und pure Willenskraft
Doch in diesem Moment bewies das Team, was es über die gesamte Saison ausgezeichnet hat: Moral. Im hart umkämpften zweiten Satz war es Außenangreifer Torge Damke, der in der entscheidenden Phase die Verantwortung übernahm. Mit einem harten Angriff über den Block holte er den Satzball und verwandelte diesen nach einer langen Rallye zum 25:23-Ausgleich.
„Diese Phase war für uns entscheidend. Danach sind wir viel lockerer geworden“, so Kapitän Timo Pundt. Und diese Lockerheit verwandelte sich im dritten Satz in pure Dominanz. Jannis Jargow eröffnete den Durchgang mit einer Serie krachender Sprungaufschläge (darunter drei Asse) zur 5:0-Führung. Mit 25:14 fegte die VSG nun über das Feld – die Leichtigkeit war zurück.
Der Block steht, die Halle bebt
Giesen gab sich jedoch nicht kampflos geschlagen und hielt den vierten Satz bis zum 15:14 offen. Dann aber zeigten die Ammerländer ihre Stärke im Block. Den Anfang machte Jargow mit einem Blockpunkt zum 16:14. Nach einer Giesener Auszeit folgten zwei krachende Blockpunkte von Pundt zum 18:14 bevor erneut Jargow mit dem vierten Blockpunkt in Folge für den vorentscheidenden 19:14-Vorsprung sorgte.
Als Bengt Jacobs schließlich den ersten Matchball zum 25:20 verwandelte, brachen alle Dämme. Unter Standing Ovations der Fans nahmen die Spieler von Oliver Pundt (1. Vorsitzender des VfL Bad Zwischenahn) die Meisterschaftsmedaillen und den Pokal entgegen.
„Nichts Geileres“ – Der Blick nach vorne
Trainer Torsten Busch, der in seiner langen Karriere schon viel erlebt hat, war sichtlich bewegt: „Es gibt einfach nichts Geileres, als in so einem knappen Spiel mit dem Rücken zur Wand auf den Punkt abzuliefern.“
Während einige Spieler vermutlich die ganze Woche in Erinnerungen schwelgten, begannen für Busch bereits die Planungen für die neue Spielklasse.
Der Lizenz-Antrag für die Dritte Liga ist inzwischen offiziell gestellt. Die Sponsoren- und Spielergespräche laufen. In der kommenden Woche stellen wir euch die ersten Neuzugänge vor. Und im September heißt es dann endlich wieder: Drittligavolleyball im Ammerland.









