Erste kämpft sich zurück, verliert am Ende aber doch

Das hatte sich die Erste ganz anders vorgestellt: Im ersten Heimspiel der Drittliga-Saison feierten am Ende die Gäste – ausgerechnet im Derby gegen den Lokalrivalen Oldenburger TB. Immerhin bewiesen die Ammerländer Moral, schafften nach einem 0:2-Satzrückstand den Satzausgleich, mussten im Tiebreak aber doch die 2:3-Niederlage (22:25, 18:25, 25:15, 25:21, 11:15) hinnehmen. Die gut 200 Zuschauer sahen ein typisches Derby, nicht immer hochklassig, aber spannend und emotional.

Trainer Torsten Busch startete wenig überraschend mit der erfolgreichen Sechs des Spiels gegen Braunschweig: Jannis Jargow im Zuspiel, Silas Gerdes im Diagonalangriff, Thomas Adelmann und Timo Pundt im Außenangriff sowie Simon Adelmann und Jannes Rakow im Mittelblock. Für zusätzliche Stabilität in der Annahme und Abwehr sollte Libero Dirk Achtermann sorgen. Aber im Gegensatz zum Saisonauftakt kamen die Ammerländer überhaupt nicht ins Spiel: Fehlaufschläge, ungenaue Annahmen, Netzfehler und einfache Angriffsfehler führten gegen gut aufspielende Oldenburger zu zwei deutlichen Satzverlusten (22:25, 18:25). Zudem fand Diagonalangreifer Silas Gerdes im Angriff gegen die starke Oldenburger Abwehr zu selten die richtige Lösung. „Wir müssen unsere Eigenfehler reduzieren“, haderte Außenangreifer Thomas Adelmann mit der Leistung. Busch forderte wiederholt taktische Disziplin: „Wir müssen mehr über die Mitte angreifen und uns im Blockspiel auf die Außenangreifer konzentrieren“. Das Fehlen der beiden etatmäßigen Oldenburger Mittelblocker Thadeus Volk und Sören Riewe konnten die Ammerländer nicht für sich nutzen.

Busch reagierte, brachte Kapitän Jens Zander im Außenangriff und beorderte Außenangreifer Thomas Adelmann in den Diagonalangriff. Die Wechsel erzielten Wirkung: mit einer stabileren Annahme, besseren Lösungen im Angriff, einer reduzierten Eigenfehlerquote und großem Kampfgeist fanden die Ammerländer zurück ins Spiel. Die Sätze drei (25:15) und vier (25:21) gingen deutlich an die Hausherren.

Im Tiebreak schenkten sich beide Teams nichts. Bis zum Spielstand von 11:11 konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Die letzten vier Punkte des Spiels aber machten die Oldenburger zum umjubelten 15:11-Satzgewinn. Bezeichnender Weise sorgte Außenangreifer Yannik Ahr, den Busch zum MVP wählte, für die letzten drei Oldenburger Punkte. „Yannik hatte im Angriff eine sensationelle Quote, hat fast immer eine Lösung gefunden“, begründete Busch seine Wahl. Auf Ammerländer Seite verdiente sich Libero Dirk Achtermann den Titel des wertvollsten Spielers.

„101 zu 101 Ballpunkte zeigen es: Es war ein knappes Spiel. Aber aus meiner Sicht mit einem verdienten Sieger. Wir haben heute nicht gut gespielt, viele einfache Fehler gemacht und die Oldenburger Schwächen nicht ausgenutzt. Oldenburg hingegen hat stark verteidigt und hatte in Yannik Ahr den Man of the Match“, zog Busch ein schnelles Fazit, um den Blick direkt wieder nach vorne zu richten: „Wir haben in den ersten beiden Spielen vier Punkte geholt. Damit durfte man nicht unbedingt rechnen. Nächsten Sonntag kommt der Meisterschaftsanwärter DJK Delbrück. Wir sind klarer Außenseiter, können befreit aufspielen. Diese Rolle scheint uns besser zu liegen!“

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