Revanche geglückt: VSG schlägt Göttingen 3:2
Ein knapp zwei Stunden langes Wechselbad der Gefühle erlebten am Samstagabend die Zuschauer und die beteiligten Mannschaften beim 3:2-Heimsieg der VSG Ammerland gegen die VSG Göttingen in Bad Zwischenahn (20:25, 21:25, 25:15, 25:21, 15:13). Damit revanchierten sich die Hausherren nicht nur für die 2:3-Niederlage im Hinspiel, sondern zogen auch in der Tabelle an den Göttingern vorbei. Nachdem die ersten beiden Sätze zwar hart umkämpft gewesen, am Ende aber aus Sicht der Gastgeber verloren gegangen waren, befürchteten die Ammerländer Zuschauer und Fans bereits das Schlimmste. Göttingen hatte bis dahin hervorragend aufgeschlagen und eine beeindruckende mannschaftliche Geschlossenheit demonstriert. Doch Ammerlands Trainer Torsten Busch hatte noch ein Ass im Ärmel, und das war spielentscheidend: Zuspieler Moritz Döpke (Foto), der zum Start des dritten Satzes eingewechselt wurde, brachte die Wende. Unter seiner Regie nahmen die Ammerländer dem Gegner direkt den Aufschlag ab, ehe Döpke mit einer Serie von Sprung-Flatter-Aufschlägen die 1:0-Führung auf 5:0 ausbaute. "Das lassen wir uns nicht mehr nehmen!", forderte Kapitän Jörn Wolf in einer - von Göttingen genommenen - Auszeit. Die Mannschaft ließ weitere Taten folgen und holte den Satz mit 25:15 souverän nach Hause. Durchatmen war angesagt. Hier ging offensichtlich doch noch was! Und tatsächlich: Auch im vierten Satz lagen die Hausherren trotz zahlreicher Aufschlagfehler stets in Front und steuerten scheinbar sicher dem Tiebreak entgegen. Als sie schon mit 23:16 führten und es "Punkten! Zwei noch!", durch die Halle schallte, machten es die Ammerländer dann aber doch noch mal spannend. Auf 23:19 ließen sie die Gäste noch herankommen, bis es Busch zu bunt wurde und er eine Auszeit nahm. Die zeigte Wirkung, der Satz ging mit 25:21 an die Heim-VSG. Also doch Tiebreak, und der war definitiv nichts für schwache Nerven. Die Nerven nämlich schienen bei den Ammerländern zunächst nicht mitspielen zu wollen. Mit 0:3 starteten sie in den fünften Satz. Dann lagen sie wieder 5:3 vorn, dann wieder 7:9 zurück, dann wieder 11:10 in Front ... das sportliche und emotionale Auf und Ab setzte sich also für alle Beteiligten fort. Man mochte zwischendurch - als Zuschauer - kaum noch hinschauen. Als die Ammerländer mit 12:13 zurücklagen, tat der Göttinger Mittelblocker ihnen in einer klaren Punktballsituation den Gefallen, den Ball ins Aus zu schlagen. Nun also 13:13 statt Matchball Göttingen. Stattdessen hieß es nach einem Blockpunkt von Kapitän Wolf 14:13 - Matchball für Ammerland. Noch ein Angriffsfehler von Göttingen, und dann war es geschafft. 15:13 und damit 3:2 für Ammerland! Selbstverständlich wurde dieser Sieg angemessen bejubelt und von den Zuschauern entsprechend honoriert. Sie hatten ein über weite Strecken hochklassiges, vor allem aber hochspannendes Regionalliga-Spiel erlebt. "Ich denke, es war in der Tat das erwartete Spitzenspiel und ein echter Krimi. Diesmal aber mit dem besseren Ende für uns", freute sich Torsten Busch nach der Partie. "Sicher hatten wir am Ende auch das nötige Quäntchen Glück, das im Hinspiel vielleicht noch auf Göttinger Seite war. Ingesamt hat die Mannschaft sich den Sieg aber verdient, weil sie sich in dieses Spiel hineingekämpft und nie aufgegeben hat." Ein besonderes Lob hatte er für Zuspieler Moritz Döpke: "Moritz hat nach den verlorenen ersten beiden Sätzen deutlich mehr Aggressivität ins Spiel gebracht und die Mannschaft zum Sieg geführt." Zudem präsentierten sich die Gastgeber ab dem dritten Satz in der Annahme sicherer und in der Abwehr bissiger. Plötzlich schien jeder wieder an sich zu glauben. Um jeden Ball wurde gekämpft, und es war endlich das spürbar, was man gemeinhin wohl den "unbändigen Siegeswillen" nennt. Und der wurde diesmal belohnt. Zum VSG-Team gehörten: Dirk Achtermann, Lars Achtermann, Wolfgang Blaszyk, Hendrik Böckermann Moritz Döpke, Christian Grünefeld, Alexander Janssen, Tobias Knieper, Olaf Kreike, Marco Meyer und Dr. Jörn Wolf.
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